Flora, Fauna & Klima

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Mali bekleiden mehrere Klima- und Vegetationszonen. Die Vielfalt dieser Vegetationszonen reicht von den Feucht– und Trockensavannen im Süden über die Dornstrauchsavanne im Zentrum bis zu extrem ariden Wüstengebieten im Norden. Eine Sonderstellung nimmt das Nigerbinnendelta in Zentralmali ein, welches saisonal und großflächig vom Niger und seinen Zuflüssen überflutet wird und für den Fischfang sehr bedeutungsvoll ist. 

Vielerorts veränderten menschliche Eingriffe die natürlichen Vegetationsformationen erheblich. Das die Landnutzung in weiten Teilen der Sahel– und Sudanzone prägende agroforstliche «System der Kulturbaumparks» geht auf eine lange bäuerliche Tradition des Kombinierens in der Nutzung wildwachsender Wertbaumarten zurück (vor allem in Baobab, Karité, Néré und Acacia albida). Auch auf dem Anbau von Feldkulturen und der Viehhaltung beruht es. Die Kulturbaumparks sind von hoher ökologischer und sozioökonomischer Bedeutung. 

Der Bestand an wild lebenden Tieren ist stark dezimiert worden, so dass sich heute nur noch mit viel Glück Affen, Gazellen sowie seltene Vogelarten beobachten lassen. Von Löwen, Büffeln, Elefanten, Flusspferden und Giraffen bestehen nur noch sehr wenige Tiere, welche in weitgehend unerschlossenen Landesteilen zu sichten sind. Die im Norden und Zentrum des Landes regelmäßig auftretenden Dürren sowie politische Instabilität bedrohen auch jene seltenen Wüstenelefanten, die in einem östlichen Gebiet des Landes, im Schutzgebiet Réserve d’Eléphants du Gourma, leben. 

In Mali existieren einige weitläufige Schutzgebiete sowie zwei Nationalparks, deren nachhaltige touristische Erschließung und Bewirtschaftung eine immense Herausforderung darstellen. In Nordmali befindet sich auch das Tamesna-Schutzgebiet.

Aktuell ist dessen massive Erweiterung durch ein angrenzendes, sehr ausgedehntes nordmalisches Schutzgebiet in Planung. Diese soll isolierte Lebensräume verbinden und einen sicheren Wanderkorridor für jene Wildtiere zwischen Savanne und Sahara schaffen. Unklar ist noch, inwieweit sich der gegenwärtige Konflikt und die Gesetzeslosigkeit auf die Tierwelt des geplanten Schutzgebiets ausgewirkt haben. 

Schutzgebiete in Übersicht
Gegenwärtige Schutzgebiete in Nordmali

In Nordmali, besonders in den Regionen Timbuktu, Gao und Kidal, existieren trotz extremer Wüstenlage und schwieriger Sicherheitslage einige bedeutende Schutzgebiete. Diese dienen primär dem Erhalt der seltenen sahel-saharischen Tierwelt und dem Schutz wichtiger Ökosysteme am Niger.

1. Offizielle Naturschutzgebiete
2. In Planung oder besonderer Status
  • Tamesna-Schutzgebiet: Ein massives Schutzgebiet im hohen Norden (nahe der Grenze zu Niger), das sich in der Planungsphase befand/befindet. Besonders die Artenvielfalt der Sahara-Region soll es schützen.
  • Adrar des Ifoghas: Das Gebirgsmassiv im Nordosten ist zwar kein Nationalpark im klassischen Sinne, gilt aber als ökologischer Rückzugsraum für seltene Arten wie das Mähnenschaf und wird oft als prioritäres Gebiet in Naturschutzkonzepten geführt.

In den letzten Jahren hat die staatliche Kontrolle in diesen Gebieten aufgrund der Konflikte stark nachgelassen. Viele dieser Schutzgebiete existieren „auf dem Papier“ weiter, werden aber kaum noch aktiv verwaltet.

Gegenwärtige Schutzgebiete in mittleren & südlichen Teil Malis
Mitte
  • Réserve de Biosphère du Gourma: Das wichtigste Schutzgebiet Zentralmalis. Es beherbergt die weltweit nördlichste Population von Wüstenelefanten, die auf ihren Wanderungen riesige Distanzen überwinden.
  • Binnendelta des Niger (Ramsar-Gebiet): Eines der größten Feuchtgebiete Afrikas. Es ist ein lebenswichtiger Rastplatz für europäische Zugvögel und sichert die Existenzgrundlage von Fischern und Viehzüchtern.
  • Plateau von Bandiagara (Weltkulturerbe): Neben der kulturellen Bedeutung der Dogon-Kultur schützt die zerklüftete Felsenlandschaft spezifische Tier- und Pflanzenarten in ihren Nischen.
Süden & Südwesten (Savannenzone)
Klima 

In Mali lassen sich drei Jahreszeiten unterscheiden. Von November bis Februar ist es trocken und meist warm, von März bis Mai trocken und sehr heiß. Besonders in Nordmali können in dieser Zeit heftige Staubstürme auftreten. Im Juni beginnt die feuchtwarm-schwüle Jahreszeit, welche teils sehr heftige Regenfälle mit sich bringt und im September/Oktober endet.  

Die Niederschlagsverteilung weist hohe regionale Unterschiede auf. Jene Niederschläge, die sich in den Monaten Juli und August bündeln, lassen von Süden in Richtung Norden nach. Der Mittelwert an Jahresniederschlag beträgt in Sikasso, im Südosten des Landes, 1123 mm und lediglich 159 mm in Timbuktu am Sahararand. Auch nimmt die Länge der Regenzeit von Süden nach Norden ab, während die Niederschlagsvariabilität und das Dürrerisiko zunehmen. Im Norden kam es in der

In jüngerer Vergangenheit wiederholten sich mehrjährige Dürreperioden, die für die dort lebende vorwiegend nomadische Bevölkerung schwerwiegende Folgen hatten.
In den Wüsten selbst ereignen sich Regenfälle äusserst selten. 

Während der Regenzeit kann es vor allem in Süd- und Zentralmali zu Überflutungen in Folge von Starkniederschlägen kommen, welche mancherorts hohe Schäden anrichten können und bisweilen sogar ganze Dörfer verwüsten. Erhebliche Schäden wurden zwischen den Jahren 2010 und 2013 sowie im 2019 und im 2020 gemeldet. Solche auch aus der Hauptstadt, wo die Auswirkungen von Starkniederschlägen durch eine unangepasste Flächennutzungsplanung und unzureichend ausgebaute sowie unzureichend gewartete Kanalisation auftraten. In der Folge wurden schärfere Maßnahmen getroffen.

Ein Vergleich der Klimatabellen und Klimadiagramme verschiedener malischer Städte lässt schnell erkennen, dass Mali ein sehr warmes Land ist. Die mittlere Tagestemperatur beträgt in der Hauptstadt Bamako im Jahresdurchschnitt 27,8°C. Die im Laufe des vergangenen Jahrzehnts in Bamako gemessenen Höchst- beziehungsweise Tiefsttemperaturen betrugen 44° bzw. 8°. Die maximalen Temperaturen erreichen im Süden 45°C und im Norden sogar über 50°C. In den Monaten Dezember bis Februar hingegen können die Nachttemperaturen in den Wüstengebieten auf unter 5°C sinken. 

Laufend aktualisierte Informationen zum Wettergeschehen in Mali bietet Wetteronline. Zahlreiche thematische Karten finden sich in der Kartensammlung von Mapjourney.  d

Das Thema Klimawandel wird nachfolgend, unter «Ökologie», umfassend behandelt. 

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Die Redaktion, Frau S. Keller, überarbeitete diesen Text vollständig. Die ursprünglichen Texte entstammen dem Länderportal der GIZ; ursprünglicher Verfasser: Kai Uwe Seebörger. Die Urheber wurden über unsere Weiterverwendung informiert.

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