Schiene
Äusserst erschwerend wirken sich auf die Entwicklung des Landes Mängel in der Verkehrsinfrastruktur aus. Nach Ausbruch schwerer innenpolitischer Krisen in der Elfenbeinküste war die 650 km lange Eisenbahnlinie Bamako – Dakar (Senegal) zu einer zwischenzeitlich wichtigen Außenhandelsroute Malis geworden. Zugleich handelte es sich um die einzige Bahnlinie Malis. Der Betrieb dieser Linie war jedoch mit einer Reihe ernster Probleme konfrontiert, die ein beachtliches Hindernis für die Realisierung wichtiger industrieller und bergbaulicher Investitionsvorhaben in Westmali darstellten, (dies anhand beispielsweise längerer Betriebseinstellungen).
Daher erfolgte ein schleichender Verfall mit mehreren entscheidenden Phasen. Weiterer Grund für diesen war auch der reguläre internationale Zugverkehr, der 2018/2019, nach der Insolvenz des Betreibers Transrail (später Dakar-Niger Rail), fast vollständig eingestellt wurde. Ab 2023 gab es zwar vereinzelte Versuche der malischen Regierung, den Schienenverkehr auf malischem Gebiet (von Bamako Richtung Grenze) wiederzubeleben, doch diese blieben aufgrund des schlechten Zustands der Gleise und der Lokomotiven ohne dauerhaften Erfolg. Der grenzüberschreitende Güterverkehr wird heute fast ausschließlich über die Straße abgewickelt. Die Bahnlinie ist aktuell, also 2026, keine «wichtige Außenhandelsroute» mehr, sondern eine sanierungsbedürftige Ruine. Die Schienenverbindung ist zwar physisch in weiten Teilen noch vorhanden, aber der Betrieb ist seit Jahren faktisch zum Erliegen gekommen.
Auch eine Eisenbahnlinie von Bamako nach Conakry (Guinea) war in Planung. Der Bau dieses 900 km langen Verkehrsweges, für den die VR China 2014 einen Großkredit zusagte, hätte einen besseren Anschluss Malis an den Überseehafen von Conakry und erhöhte Rohstoffexporte ermöglicht. Die Umsetzung des Vorhabens blieb jedoch aufgrund der komplexen Finanzierungsbedingungen und der politischen Umbrüche in beiden Ländern weit hinter den Erwartungen zurück. Infolgedessen wurde das Projekt zugunsten der Instandsetzung bestehender Straßenverbindungen nach Guinea faktisch zurückgestellt. Bis zum Jahr 2026 konnten daher keine nennenswerten Baufortschritte an dieser Schienenverbindung verzeichnet werden.
Strasse
Das malische Straßennetz umfasst insgesamt rund 108.700 km, wovon ca. 9.130 km asphaltiert sind. Vor 30 Jahren wurde der Ausbau der Straßenverbindungen nach Senegal, Guinea, in den westlichen Niger und Mauretanien mit Nachdruck vorangetrieben. Mit dem Bau neuer Fernstraßen sollte mitunter die Anbindung Westmalis sowie der Region Timbuktu optimiert werden. Die Realisierung der geplanten Straße zwischen Bourem und der algerischen Grenze blieb aufgrund der prekären Sicherheitslage im Norden Malis bis 2026 faktisch unterbrochen.
Angesichts regionaler Instabilitäten und diplomatischer Umbrüche liegt der Fokus im Jahr 2026 verstärkt auf der Sicherung klimaresilienter Korridore nach Guinea und Mauretanien, um die Abhängigkeit von traditionellen Routen zu verringern. Gezielt unterstützen hierbei internationale Partner wie die Weltbank die Instandsetzung strategisch wichtiger Abschnitte im Westen des Landes, wie etwa die Verbindung zwischen Diéma und Sandaré.
Ende 2015 wurde mit dem Bau der ersten Autobahn des Landes begonnen. Die 60 km lange Schnellstraße sollte Bamako mit der Regionshauptstadt Koulikoro verbinden. Allerdings erscheint die Frage berechtigt, ob die zweifelsohne notwendige Verbesserung der wichtigen Verkehrsachse Bamako – Koulikoro nicht auch kostengünstiger, beispielsweise durch einen besseren Unterhalt der bestehenden Fernstraße und den Bau einiger Umgehungsstraßen, hätte erreicht werden können. Letztlich wurde die Strecke als vierspuriger Ausbau der bestehenden Nationalstraße realisiert und bis 2026 auf sechs Spuren in den städtischen Abschnitten von Bamako erweitert. Dadurch wurde die Verbindung nach Koulikoro zwar massiv verbessert, der dafür hohe Kosten- und Instandhaltungsaufwand bleiben jedoch zentrale Kritikpunkte.
Bis zum Jahr 2026 hat sich nun auch gezeigt, dass die Autobahnverbindung zwischen Bamako und Koulikoro zwar die Fahrzeiten verkürzt, jedoch die hohen Wartungskosten die staatlichen Budgets massiv belasten. Angesichts dieser finanziellen Erfahrung und der veränderten Prioritäten der malischen Übergangsregierung wurden weitere großangelegte Autobahnprojekte zugunsten der Instandsetzung des bestehenden Nationalstraßennetzes vorerst zurückgestellt. Statt neuer Prestigebauten fokussiert die nationale Infrastrukturpolitik nun primär die Sicherung der Funktionsfähigkeit der Korridore zu den Häfen in Guinea und Mauretanien.
Im Umland von Bamako errichtete der Logistikkonzern DP World aus Dubai ein 1000 ha weitläufiges modernes Containerumschlagszentrum, den sogenannten Mali Logistics Hub. Von der Inbetriebnahme des Zentrums wurde eine Vereinfachung und eine weitere Steigerung des zunehmenden Containerverkehrs auf der wichtigen Verkehrsachse Bamako – Dakar erwartet. Nach der Inbetriebnahme der ersten Phase des Mali Logistics Hub im Jahr 2022 hat sich das Zentrum bis 2026 zum wichtigsten Knotenpunkt für den Güterumschlag im Binnenland entwickelt. Trotz der zeitweisen Grenzschließungen durch regionale Sanktionen wurde die Kapazität kontinuierlich ausgebaut, um vor allem die Abwicklung über den Korridor nach Guinea zu aufzuwerten. Inzwischen fungiert das Terminal als zentrales Zolllager, das die Liegezeiten für Importgüter deutlich verkürzt und die logistische Anbindung an die neuen Häfen der Region sicherstellt.
Auf den Fernstraßen werden Straßenbenutzungsgebühren erhoben, die dem Straßenunterhalt dienen. Da es bei der Mauterhebung und der Verwendung der Einnahmen sowie durch illegale Abgaben an Straßenkontrollposten bisweilen zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist, ist ab 2021 bis zum Jahr 2025 schrittweise ein digitalisiertes Erfassungssystem inklusive biometrischer Lizenzen an den Hauptverkehrsachsen eingeführt worden. Diese Umstellung auf das digitalisierte System (Teil des Sigui-Dolo-Projekts) ersetzt an den wichtigsten Mautstationen die manuelle Erhebung, um die Effizienz zu steigern, die Korruption zu bekämpfen und die Zweckbindung der Mittel für den Unterhalt sicherzustellen.
Trotz dieser technischen Modernisierung zur Korruptionsminderung bleibt die Infrastruktur aufgrund extremer Wetterereignisse wie Dürren und plötzlichen Fluten, die die Straßenqualität im Jahr 2025 zusätzlich verschlechtert haben, stark belastet. Zudem weisen viele Straßen und Pisten als Folge von nach wie vor unzureichendem Unterhalt und Überladung von LKWs weiterhin eine schlechte Qualität auf, was Überlandtransporte erheblich erschwert.
Schifffahrt
Überdies stellt die fortschreitende Versandung des Niger-Flussbettes bis heute, 2026, das kritischste Problem für die Schifffahrt dar. Dies, weil die sinkenden Wasserstände dazu führen, dass die traditionellen Holzkähne selbst während der Hochwassersaison immer häufiger weniger laden können. Die Schifffahrt ist auf den Flüssen Senegal und Niger nur während einiger Monate in der Hochwassersaison möglich. Eingesetzt werden in erster Linie lokal gefertigte Holzkähne.
Luftverkehr
In Bamako befindet sich der größte internationale Flughafen des Landes, der sogenannte Modibo Keïta Flughafen, der in den vergangenen Jahren umfassend ausgebaut und modernisiert wurde. Geplant ist, dass der Flughafen zukünfitig auf er Grundlage des Prinzips «Public Private Partnership» von einem Privatunternehmen betrieben wird. Im Dezember 2024 wurde der Bau eines neuen Kontrollturms und Technikblocks am Flughafen Modibo Keïta begonnen, um die Flugsicherheit zu modernisieren.
Die Bauarbeiten laufen an, und die Versorgungslage ist instabil: Obwohl das Terminal für inzwischen 1,5 Millionen Passagiere ausgelegt ist, führen Anfang 2026 Treibstoffengpässe zu zeitweisen Einschränkungen im internationalen Flugplan.
2011 wurde der Ausbau des Flughafens der Regionalhauptstadt Kayes zu einem internationalen Flughafen abgeschlossen. Hierdurch wurde, zumindest zeitweilig, die Erreichbarkeit weiter Teile Westmalis erheblich verbessert. Im November 2019 begannen die Bauarbeiten für einen neuen internationalen Flughafen in der Regionalhauptstadt Kidal. Von der Realisierung dieses Projekts wird eine Verbesserung der Erreichbarkeit von Teilen Nordmalis erwartet. Die Fertigstellung des Flughafens in Kidal verzögerte sich aufgrund der volatilen Sicherheitslage im Norden Malis massiv und kann bis heute, Anfang 2026, nicht wie geplant abgeschlossen werden.
Die Fluggesellschaft Air Mali flog bis zur Einstellung ihres Flugbetriebes Ende 2012 eine Reihe von Zielen im In- und Ausland an. Die Flughäfen in Mopti/Sévaré, Timbuktu, Gao und Kayes wurden bis zum Ausbruch des Konfliktes 2012 auch von europäischen Charterlinien in den Wintermonaten angeflogen, die insbesondere von ausländischen Touristen genutzt wurden. (2012 war der Beginn der dschihadistischen Besetzung des Nordens). In den Regionen Mopti und Gao bleibt der zivile Luftverkehr aufgrund der anhaltenden Bedrohungslage im Jahr 2026 fast vollständig eingestellt oder auf militärische und humanitäre Flüge beschränkt.
Mit Sky Mali nahm im September 2020 eine neue Fluggesellschaft ihren Betrieb auf, die von einem Investor aus Abu Dhabi finanziert wird. Sky Mali konnte seinen Betrieb bis 2026 stabilisieren und bedient als wichtigste Inlandsgesellschaft weiterhin die Achsen nach Kayes und Timbuktu, kämpft jedoch durch die veränderte regionale Sicherheitsarchitektur mit steigenden Betriebskosten.
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Die Redaktion, Frau S. Keller, überarbeitete diesen Text vollständig und brachte aktuelle Ergänzungen an. Die ursprünglichen Texte entstammen dem Länderportal der GIZ; ursprünglicher Verfasser: Kai Uwe Seebörger. Die Urheber wurden über unsere Weiterverwendung informiert.
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